00:00:00: Du kennst das sicher, wenn wir über medizinische Diagnosen sprechen.
00:00:04: Dann gibt es da ja immer diese Erwartung von absoluter Präzision.
00:00:08: Mhm, absolut!
00:00:09: Also wie in der Ingenieurskunst sozusagen?
00:00:11: Du bricht dir den Arm und das Röntgenbild zeigt die zackige weiße Linie... ...und der Arzt zeigt einfach drauf und sagt, äh, da ist's.
00:00:18: Ja,
00:00:18: es ist halt binär ne?
00:00:20: Gebrochen oder nicht
00:00:20: gebrochen?!
00:00:21: Wir mögen dass wenn Dinge sichtbar sind um in klare Kategorien passen.
00:00:25: Genau, wir wollen diese Gewissheit einer sauberen Diagnose die uns ohne wenn und aber sagt was Sache ist.
00:00:31: Und heute blicken wir auf das architektonische Äquivalent von so einem MRT-Scan.
00:00:37: Ah, das sind schöner Vergleich!
00:00:39: Ja, denn wenn du die Welt der Medizin verlässt und die Bauakte für ein hochmodernes Bürogebäude öffnest dann wird diese diagnostische Landschaft plötzlich unfassbar komplex.
00:00:50: Oh ja...
00:00:51: Berg an Daten, physikalischen Variablen und juristischen Paragrafen.
00:00:57: Und was wir hier für unsere heutige Untersuchung auf dem Tisch liegen haben – das sind zwei Dokumente die die Realität des modernen Bounds eigentlich perfekt einfangen.
00:01:06: Genau!
00:01:07: Wir haben hier hauptsächlich einen extrem detaillierten zehenseitigen Energieausweis für ein Nichtwohngebäude.
00:01:14: Richtig mit der Ausweissnummer two four four zero eight six eins um genau zu sein?
00:01:18: Ja,
00:01:19: und direkt daneben liegt ein winziger fast schon unscheinbarer Schnipsel.
00:01:24: Das ist das Deckblatt eines technischen Berichts zum Brandschutz.
00:01:28: Und dieser Energieausweis?
00:01:30: Also der wirkt auf den ersten Blick wie so'n trockenes bürokratisches Monster!
00:01:35: Seite um Seite nur Tabellen, Transmissionsverluste, irgendwelche Kürze...
00:01:39: Ja, das schreckt erst mal ab.
00:01:41: Aber wenn man lernt diese Variablen zu lesen dann offenbart sich ein hochpräzises Modell der Realität
00:01:48: Und genau das ist unsere Mission für unseren heutigen Dieb-Dive.
00:01:53: Wir wollen dieses Dokument für dich entschlüsseln!
00:01:56: Wir machen aus diesem Datenberg eine spannende Architektengeschichte.
00:02:01: Sehr gut, lass uns direkt die Eckdaten abstecken...
00:02:04: Also worum geht's?
00:02:06: Wir sprechen über das Projekt Sparkasse vor Kloster in der Heldendankstraße in Bregens.
00:02:12: Das Ganze ist geplant für das Jahr ... Es ist ein Bürogebäude mit einer beachtlichen, konditionierten Brutto-Grundfläche von... äh... exakt... ...tausend... ...siebenhundert... ...zweiundneunzig... ...kommann neun Quadratmetern.
00:02:29: Das ist schon ordentlich groß!
00:02:31: Und der Standort liegt auf vierhundert Metern Seehöhe in einer Klimaregion die der Ausweis als Marietteam beeinfluster Westen definiert.
00:02:38: Mariet team beeinflusst?
00:02:40: Okay was heißt das für die Parameter?
00:02:42: Das heißt, diese Parameter diktieren quasi die gesamte Physik des Gebäudes.
00:02:47: Wir haben dort nämlich zweihundertundzwanzig Heiztage im Jahr und eine sogenannte Normaußentemperatur von minus zehn Grad Celsius.
00:02:55: Po!
00:02:56: Okay...das Gebäude muss also wochenlang massiven Minusgraden trotzen während im inneren konstant angenehme Temperaturen herrschen sollen?
00:03:04: Genau.
00:03:05: Und hier wird dieser Energieausweis wirklich aufschlussreich.
00:03:09: Wenn wir uns die zentralen Kennwerte, quasi die Zeugnisnoten des Gebäudes ansehen...
00:03:14: Schauen wir uns sie mal an.
00:03:16: Also beim Gesamtenergieeffizienzfaktor dem sogenannten FGIE erreicht dieses Projekt einen fantastischen Wert von Nullkommar fünf Eins.
00:03:24: Wahnsinn!
00:03:25: Null Komma fünf Eins.
00:03:26: das entspricht einer A plus Plus Bewertung oder?
00:03:29: Richtig eine glänchende A plus plus Bewertungen?
00:03:33: Okay lass uns das Mal kurz auftröseln.
00:03:35: Was bedeutet dieser Faktor von Null, fünf Eins in der echten Welt?
00:03:39: Das ist es ja keine absolute Strommenge.
00:03:42: Nein!
00:03:43: Der FGEE ist ein reiner Vergleichswert.
00:03:46: Er setzt den Energiebedarf von unserem Gebäude ins Verhältnis zu einem definierten Referenzgebäude.
00:03:51: Ein Wert von null, fünf eins bedeutet simpel gesagt die Sparkasse vor Kloster verbraucht nur etwa die Hälfte der Energie, die einen Standardgebäudegleicher Größe und Nutzung verbrauchen würde.
00:04:03: Wow Okay, das ist wirklich ein herausragendes Resultat.
00:04:07: Absolut!
00:04:09: Und auch bei den CO-Missionen sehen wir mit dreizehn Kilogramm pro Quadratmeter und ja eine exzellente A-Note.
00:04:15: Ja aber jetzt kommt's.
00:04:17: Wir haben hier also diesen absoluten Musterschüler Auf dem Zeugnis in der Gesamteffizienz einer Einsplus mit Sternchen.
00:04:25: Aber wenn ich mir die Detailnoten ansehe Dann stolpere ich über den Referenz Heizwärmebedarf
00:04:31: Den HBW Wert genau
00:04:33: Der HBW-Wert, der liegt bei achtundzwanzig Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.
00:04:39: Und dafür gibt es im Ausweis nur eine B-Note.
00:04:43: Also wie passt das zusammen?
00:04:44: Wie kann das Gesamtgebäude auf dem Papier so unfassbar viel effizienter sein als es seine reine Heizleistung vermuten lässt?
00:04:52: Um dieses Mysterium aufzulösen müssen wir die Energiediät des Bauwerks mal sezieren!
00:04:59: Wir müssen uns ansehen wofür dieses Gebäude eigentlich seine Energie verbraucht.
00:05:03: Okay.
00:05:03: Der Ausweis zeigt einen Endenergiebedarf von knapp hundert drei tausend Kilowattstunden im Jahr.
00:05:10: Wenn wir diesen Block jetzt aufteilen, dann sehen wir wohin der Strom wirklich fließt.
00:05:15: Also die Raumwärme – das Heizen fordert etwa achtzehntausend achthundert Kilowattsstunden pro Jahr.
00:05:21: Okay, achtzentausendachthundert fürs Heizen?
00:05:25: Genau!
00:05:26: Die Raumkälte im Sommer liegt bei knapp vierzehntausend neunhundert Kilo-Wattstunde.
00:05:31: Ach krass, fast genauso viel!
00:05:32: Ja.
00:05:33: Das Warmwasser ist mit etwa fünftausend sechshundert Kilowattstunden fast schon vernachlässigbar Aber der Löwenanteil entfällt auf etwas ganz anderes.
00:05:43: Lass mich raten?
00:05:44: Beleuchtung und Betrieb.
00:05:45: Genau Überragende dreiundsechzigtausenden fünfundhundertsechzig Kilowatts Stunden im Jahr.
00:05:51: Und hier wird es nämlich richtig spannend.
00:05:53: Warte mal ganz kurz.
00:05:55: Wir reden hier über ein Bürogebäude in Österreich.
00:05:57: Ja?
00:05:58: Wir haben gerade gesagt, dass wir eine Norm Außentemperatur von minus zehn Grad haben.
00:06:03: Mhm!
00:06:04: Wir haben fast ein tausend achthundert Quadratmeter Fläche voller Menschen die nicht frieren wollen und der Ausweis sagt uns ernsthaft das Licht und der reine Betrieb der ganzen Geräte mehr als dreimal so viel Energie ziehen wie das Heizen.
00:06:19: Ganz genau
00:06:20: Wie ist es physikalisch überhaupt möglich?
00:06:23: Was hier wirklich faszinierend ist, das ist der Paradigmenwechsel der modernen Architektur.
00:06:28: Heizen ist technologisch heute schlichtweg kein umgelöstes Problem mehr.
00:06:33: Okay!
00:06:34: Das fängt schon bei der Gebäudegeometrie an.
00:06:36: im Ausweis steht der Wert für die Kompaktheit also A zu V bei Null.
00:06:40: Komma drei acht
00:06:41: Null Komma Drei Acht.
00:06:43: was heißt das Für den Leinen?
00:06:44: weniger Oberfläche bedeutet weniger Angriff Fläche für die Kälte.
00:06:47: richtig exakt.
00:06:49: Ein extrem zerklüftetes Gebäude mit vielen Erkern, Balkonen und Winkeln hat eine riesige Oberfläche.
00:06:57: Da kann unfassbar viel Wärme abfließen.
00:07:00: Klar!
00:07:01: Ein Wert von Null, drei acht beschreibt einen architektonisch extrem kompakten Baukörper.
00:07:08: Das ist fast schon ein monolithischer Wirfel.
00:07:11: da geht rein geometrisch kaum Energie verloren.
00:07:14: Leuchtet ein?
00:07:15: Und dann kommt die Technik dazu.
00:07:17: Das Gebäude verbrennt ja kein Öl oder Gas mehr.
00:07:20: Es nutzt eine hocheffiziente Sole-Wärmepumpe und flankiert wird das Ganze von einer mechanischen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.
00:07:30: Ah,
00:07:31: Wärmereckgewinnungen dieses ominöse Wort!
00:07:33: Das musst du genauer erklären.
00:07:35: wie verhindert diese Lüfterung dass wir im kalten Winter die mühsam erzeugte Wärme einfach durchs offene Fenster hinaus lüften?
00:07:41: Also das musst du dir vorstellen wie so einen extrem effizienten mechanischen Stoffwechsel.
00:07:47: Die warme, aber verbrauchte Artenluft aus den Büros wird abgesaugt.
00:07:51: Ja!
00:07:51: Aber bevor sie das Gebäude verlässt, wird sie durch einen Wärmetauscher geführt.
00:07:56: Gleichzeitig saug die Anlage von draußen eisige Frischluft an.
00:08:00: Okay und dann treffen die aufeinander?
00:08:02: Im Wärmetauscher strömen diese beiden Luftmassen quasi aneinander vorbei Getrennt nur durch Hauchtdünne-Lamellen.
00:08:08: Sie vermischen sich also nicht.
00:08:09: Nein, physisch vermischen sie sich nie.
00:08:12: Aber die thermische Energie der warmen Abluft wandert durch diese Lamellen und heizt die eiskalte Frischluft auf.
00:08:18: Ah, Wahnsinn!
00:08:19: Das
00:08:19: Gebäude atmet also frische Luft ein, behält aber die Wärme im System.
00:08:24: Und wenn man das jetzt noch mit der dreißig Kilowatt-Peak-Photovoltaikanlage auf dem Dach kombiniert, die am massiv eigenen Strom erzeugt dann sinkt die externe Heizlast auf ein absolutes Minimum.
00:08:35: So
00:08:35: optimiert sind dass das Wetter gar nicht mehr unser größtes Problem ist?
00:08:39: Die eigentliche Last ist unsere Arbeit selbst, oder?
00:08:42: Ganz genau.
00:08:43: Also die unzähligen Computer, die Serverräume, das viele Licht... Wir heizen das Gebäude quasi zu einem guten Teil mit der Abwärme unserer digitalen Werkzeuge!
00:08:53: Ja und unsere eigenen Körperwärmungen.
00:08:55: Stimmt aber damit diese Wärme bei minus zehn Grad überhaupt im Inneren bleibt?
00:09:01: da muss die Hülle dieses Gebäudes ja eine unfassbare Barriere sein.
00:09:05: Ohja
00:09:06: Lass uns mal einen Blick auf die Anatomie dieser Hülle werfen.
00:09:09: Schicht für schicht!
00:09:10: Gerne, also wenn wir hier in die Füsis des Gebäudes zoomen ist der entscheidende Wert der sogenannte U-Wert – der Wärmedurchgangskoeffizient.
00:09:18: Okay?
00:09:19: Der gibt an wie viel Wärmeenergie durch einen Quadratmeter von einem Bauteil nach draußen entweicht.
00:09:25: Je niedriger die Zahl desto besser die Dämmung.
00:09:28: Um das mal kurz einzuordnen für dich als Zuhörer Klassische, ungedämmte Ziegelwand aus so einem Altbau hat oft ein U-Wert von um die zwei Komma Null.
00:09:38: Genau!
00:09:38: Zwei Komma null ist so ein typischer Altbauwert?
00:09:41: Starten wir mal beim Flachdach der Sparkasse.
00:09:43: Okay... Ein Flach dach ist ja physikalisch oft die Achillesferse von so nem Gebäude weil warme Luft nunmal nach oben steigt.
00:09:50: Was haben wir hier für einen u-Werth?
00:09:52: Halte dich fest.. Der liegt bei unglaublichen null KommaNull neun.
00:09:56: Null
00:09:56: KommaaNull
00:09:57: Neun?!
00:09:58: Ja
00:09:58: Das ist ja ein Bruchteil von der Ziegelwand.
00:10:00: Nicht mal ein Zwanzigste, das erfordert natürlich einen massiven Aufbau!
00:10:04: Wir sprechen hier von vierunddreißig Zentimetern reiner EPS-Dämmung.
00:10:08: Vierunddreißig Zentimeter?
00:10:10: Wow!
00:10:10: Das ist die genaue Spezifikation W-Fünfundzwanzig, WLS-Null drei eins.
00:10:16: Darüber kommt dann noch ein Hitzeschild, ein spezieller Wurzelschutz und obendrauf als Krönung elf Zentimeter Substrat.
00:10:23: Elf
00:10:24: Zentimeter Substrat also Erde – Ein Gründach
00:10:27: Genau, ein Gründach.
00:10:28: Das ist ja nicht nur Optik oder?
00:10:30: Wenn ich mir das physikalisch vorstelle dann fungiert dieses Erdsubstrat wie so'n gigantischer thermischer Schwamm.
00:10:37: Absolut!
00:10:38: Das
00:10:38: Saugtags über Sonnenenergie auf und im Sommer kühlt es durch die Verdunstung.
00:10:42: Das Gebäude trägt quasi als Mütze einen elf Zentimeter dickes grün Dach auf dem Kopf.
00:10:48: Das isst eine sehr schöne Analogie... ...und diese Detailverliebtheit setzt sich bei der Fassade fort.
00:10:53: Wir haben hier eine Außenwand in Leichbauweise.
00:10:56: Der U-Wert liegt dabei bei Null Komma Eins Sechs.
00:10:59: Da kommen unter anderem Holzfasern mit der Spezifikation WLS Null Achtund Dreißig zum Einsatz, dann dicke Gipsfaserplatten und OSB-Platten als luftdichte Ebene.
00:11:09: Mhm!
00:11:10: OSB Platten für die Luftdichtheit?
00:11:12: Okay...
00:11:12: Ja und ganz außen haben wir eine Holzfrasade mit Hinterlüftung
00:11:17: Wenn ich mir diese ganzen Schichten so anschaue.
00:11:19: das Gebäude trägt also nicht nur eine Mütze Es trägt eine hochmoderne, absolut winddichte Hightech-Winterjacke aus Holzfasern.
00:11:27: Exakt!
00:11:27: Eine Hightec Winterjacke trifft es perfekt.
00:11:30: und was mich als Experten hier wirklich fasziniert ist dass selbst die Grenzen im Gebäude inneren extrem durchdacht sind.
00:11:37: Wie meinst du das?
00:11:38: Innerhalb des Gebäudes?
00:11:40: Ja
00:11:40: also das Trennen von beheiztem zu unbeheiztem Räumen.
00:11:43: Schau dir mal die Decke an, die zur Lüftungstechnik grenzt Oder den Boden runter zu Tiefgarage.
00:11:49: Die Tief-Garage ist ja im Winter ein riesiger Kühlschrank, da reicht die normale Dämmung nicht.
00:11:53: Da arbeitet man mit massiver XPS-Dämmungen, die extrem druckfest ist.
00:11:58: Da zieht keine Kälte durch dem Beton nach oben zu den Mitarbeitern im Erdgeschoss.
00:12:02: Okay krass!
00:12:03: Aber dieses gigantische Puzzle aus Dämsstoffen und Membranen wird ja nicht nur aus reinen Spaß an der Freude so gebaut oder?
00:12:12: Nein natürlich nicht.
00:12:14: Das bringt uns quasi zum unsichtbaren Stempel zu den Baurechten.
00:12:18: Richtig, die Bürokratie zwingt die Planner förmlich zu dieser Exzellenz.
00:12:23: Dieses Gebäude wird nach der Vorarlberger Bautechnikverordnung kurz BTV
00:12:27: gebaut.
00:12:29: Und ein zentraler Punkt darin ist das mehr als achtzig Prozent des Wärmebedarfs durch ein hocheffizientes alternatives Energiesystem gedeckt werden müssen und dass werden sie hier ja durch die Wärmepumpe.
00:12:41: Das steckt also richtig harte Mathematik dahinter?
00:12:44: Absolut!
00:12:45: Und der Akteur hinter dem Kulissen, der diesen Ausweis erstellt hat.
00:12:48: Das ist Herr Diplom-Ingenieur FH Markus Götzelmann von Spektrum Bauphysik und Bauökologie in Dornbirn.
00:12:54: Der hat das alles bis auf den letzten Kommawert durchgerechnet.
00:12:57: Wahnsinn!
00:12:58: Also was bedeutet das jetzt unterm Strich?
00:13:02: Wir haben hier dieses unfassbar detaillierte Energiemeisterwerk von Herrn Götzelmann, indem jeder Millimeter Holzphase akribisch berechnet ist...
00:13:11: Ja...
00:13:12: ...und dann haben wir ja noch dieses zweite Dokument
00:13:14: Genau.
00:13:15: Diesen winzigen anderen Schnipsel im Aktenstapel, ein Deckblatt für einem Brandschutzbericht von einem Ingenieur Rainer Muxl.
00:13:23: Und das ist doch echt die perfekte Erinnerung daran oder?
00:13:26: Man kann einen Gebäude noch so sehr in Dämmstoff packen es hermetisch abriegeln wie eine Hightech-Fermoskanne aber am Ende muss jemand anderes – in dem Fall Herr Muxle garantieren dass diese Kapsel sicher für die Menschen darin ist wenn es brennt!
00:13:40: Das ist der springende Punkt.
00:13:41: Wenn wir das große Ganze betrachten, ist modernes Bauen ein wahnsinnig komplexer Ballonsakt.
00:13:46: Ja.
00:13:47: Wir erfüllen.
00:13:48: Mhm.
00:13:49: Aber auf der anderen Seite steht die Lebenserhaltung und die Sicherheit.
00:13:52: Eine luftdichte dicke Dämmkapsel ist brandtechnisch eine enorme Herausforderung
00:13:57: Klar!
00:13:57: Der Rauch kann ja nirgendwo hin abziehen.
00:13:59: Genau Herr Götzelmann sorgt dafür dass das Klima geschützt wird Und wir energiespalen.
00:14:05: aber die Brandschutzexperten sorgen dafür Dass wir in dieser perfekten Kapsel sicher überleben können.
00:14:10: Wow, also fassen wir das mal zusammen.
00:14:12: Wir haben gesehen wie aus so einem auf den ersten Blick nüchternden trockenen Energieausweis plötzlich das lebendige Bild eines hochmodernen Bürogebäudes entsteht?
00:14:22: Ja!
00:14:22: Ein Gebäude dessen grüne Mütze aus Substrat und dessen dicke Holzfaserjacke ist so extrem gut isolieren dass am Ende unsere Computer- und Lampen das eigentliche Energiethema sind?
00:14:34: Richtig, das Heizen is gelöst der Betrieb iß die neue Herausforderung.
00:14:39: Und für dich, der uns gerade zuhört.
00:14:41: Wenn du das nächste Mal an einer Baustelle für so ein modernes Bürogebäude vorbeigehst dann weißt Du jetzt ganz genau was da eigentlich passiert.
00:14:49: Du siehst nicht mehr nur Beton?
00:14:52: Genau!
00:14:53: Du sieest diese komplexen unsichtbaren Schichten.
00:14:56: Du weißt welche thermodynamischen Berechnungen sich hinter dieser simplen Fassade verbergen.
00:15:01: Das verändert den Blick auf die Stadt komplett.
00:15:04: Absolut!
00:15:05: Und genau dazu möchte ich dir noch einen etwas provokanten Schlussgedanken mitgeben.
00:15:10: Oh, da bin ich gespannt...
00:15:11: Wir haben ja im Ausweis diese strikte Vorgabe zur Luft- und Winddichtheit gesehen Und die Tatsache, dass wir riesige mechanische Lüftungsanlagen brauchen.
00:15:21: Die quasi für uns atmen weil kein einziger Windhauch mehr durch die Wände dringend darf.
00:15:27: Wenn wir also unsere Gebäude mittlerweile so perfekt abdichten und wenn gleichzeitig fast die gesamte Energie nur noch dafür verbraucht wird das künstliche Licht und unsere ganzen Bildschirme am laufen zu halten.
00:15:39: Bauen wir dann eigentlich noch normale Häuser für die Natur?
00:15:43: oder konstruieren wir mittlerweile viel eher perfekte, völlig isolierte Raumstationen die einfach nur zufällig hier auf der Erde stehen.
00:15:50: Wow!
00:15:51: Das ist wirklich ein starker Gedanke.
00:15:54: eine Raumstation auf der Erde?
00:15:56: Ja, oder?
00:15:57: Etwas worüber du bei deinem nächsten Spaziergang an der frischen Luft einfach mal nachdenken kannst Wenn dir der echte Wind um die Nase weht, vielen Dank dass du heute bei unserer Untersuchung tief in die Welt der Bauphysik dabei warst.
00:16:10: Es war ein faszinierender Deep Dive unter die Motorhaube der modernen Architektur.
00:16:14: Mach's gut!
00:16:15: Auch von mir ein herzliches Dankeschön fürs Zuhören – bis zum nächsten Mal.